// AUSBILDUNG // AIFER – Katastrophenschutzübung in Kuchl

29.04.2023

AIFER – Katastrophenschutzübung in Kuchl

Die Häufigkeit und Intensität von Naturkatastrophen nehmen stetig zu und stellen Einsatzkräfte und die Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS) vor zunehmend größere Herausforderungen in Bezug auf echtzeitnahe Lageinformationen unter anderem zur Nutzung für die Einsatzplanung und in den Krisenstäben.Im Rahmen des Forschungsprojekts AIFER fand am 29. April 2023 eine groß angelegte Katastrophenübung in vier Orten im Land Salzburg statt.

 

Übungsannahme:

Im Bezirk Tennengau kam es in der Marktgemeinde Kuchl nach Sturm und Starkregen sowie Hagel zu großflächigen Überflutungen. Katastrophenalarm wird ausgelöst. Aufgrund von Vermurungen an Gleisanlagen im Bereich des Bahnhofes in Kuchl entgleist ein Zug. Zwei Übungsszenarien gilt es abzuarbeiten. Aus einem Kesselwaggon treten gefährliche Stoffe aus. Weiters kollidiert die Zuggarnitur mit mehreren Fahrzeugen. Mehrere Personen und Anrainer melden den Vorfall über Notruf an die LAWZ (Landesalarm – und Warnzentrale) Salzburg. Die Feuerwehr Kuchl und das Rote Kreuz sowie das Bayrische Rote Kreuz werden alarmiert.

 

Szenario 1: Personenwaggon kollidiert mit Fahrzeugen

Sofort nach dem Eintreffen der Einsatzkräfte werden verletzte und teils eingeklemmte Personen in den Fahrzeugen betreut und mittels schwerem hydraulischen Rettungsgerät befreit. Durch die Entgleisung und den Aufprall des Waggons kamen mehrere Personen im Waggon zu Sturz. Gemeinsam mit dem Roten Kreuz wurden die teilweise schwerverletzten Personen mit Tragen aus dem Waggon getragen. Aufgrund der hohen Anzahl von Verletzten wurde vom Roten Kreuz ein SANHIST (Sanitätshilfsstelle) eingerichtet und betrieben. Die Verletzten Personen wurden erstversorgt, triagiert und mit Rettungswägen und Rettungshubschraubern in umliegende Krankenhäuser transportiert.

 

Szenario 2: Gefahrgutaustritt aus Bahnkesselwaggon

Durch die Entgleisung eines Zuges kam es zu einem Gefahrgutaustritt aus einem Kesselwaggon. Die alarmierte Feuerwehr Kuchl sperrte den Gefahrenbereich großräumig ab. Einsatzkräfte in Chemieschutzanzügen der Schutzstufe 2 und Schutzstufe 3 retteten am Unfall beteiligte Personen. Nach dem Abdichten des leckgeschlagenen Waggons wurden alle kontaminierten Einsatzmittel und Einsatzkräfte dekontaminiert.

 

 

Beteiligte Einsatzkräfte / Einsatzdaten:

Feuerwehr Kuchl und Löschzug Jadorf mit 61 Einsatzkräften

Einsatzleitfahrzeug Tennengau (FF Oberalm) mit 4 Einsatzkräften

Bezirksfeuerwehrkommandant Tennengau OBR Markus Kronreif MBA MSD MA

Abschnittsfeuerwehrkommandant 2 Tennengau BR Rupert Unterwurzacher

Rotes Kreuz mit KAT-Zug und 52 Einsatzkräften sowie Notärzten

Bayerisches Rotes Kreuz

KAT – Referat der BH Hallein mit 2 Personen

Marktgemeinde Kuchl mit Bürgermeister und Vizebürgermeister

Einsatzteam (Übungskoordinatoren) und Einsatzleiter ÖBB Streckendienst

 

Gesamteinsatzleiter Feuerwehr: OFK Kuchl ABI Gerhard Scherfl

Text: OVI Pasquale Ascione (BSBÖD Tennengau)

Bilder: OVI Pasquale Ascione (BSBÖD Tennengau) und HV Stefan Vötter (FF Kuchl)