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Geschichte der Freiwilligen Feuerwehr Kuchl:

Vorgeschichte  
Die heutige Schnelllebigkeit lässt kaum mehr Zeit genug, um sich auf das Vergangene zu besinnen.
Und doch soll man immer wieder an das Geschehene anschließen, um das Neue richtig einschätzen und gestalten zu können.
Aus diesem Gedanken heraus haben mich die alten Schriften der Kuchler Feuerwehr, schon seit meiner Bestellung zum Schriftführer im Jahr 1986, nicht mehr losgelassen und jedes Feuerwehrmitglied sollte wissen, woher er kommt und wohin er geht ...

IIm Jahr 1547 wütete in Kuchl ein Großbrand bei dem 50 Häuser zerstört wurden. Seit dieser Zeit wurde dem Feuerschutz großes Augenmerk zugewendet.

 

In Österreich ermöglichte aber erst die Liberalisierung des Vereinsgesetzes (1852) nach der Revolution die Gründung von Vereinen bzw. Feuerwehren, obwohl dies anfänglich auch hier von den Behörden mit Misstrauen gesehen wurde.

Die erste Feuerwehr im Land Salzburg wurde 1864 in Oberndorf gegründet. Der Funke war von Bayern aus übergesprungen. In unseren Bezirk (damals noch zum Flachgau gehörend) wurde Hallein als erste Feuerwehr gegründet, es folgten

1868 - HALLEIN
 1869 - K.K. SALINE HALLEIN
1873 - K.K. TABAKFABRIK HALLEIN
1878 - GOLLING
1880 - ABTENAU
1883 - LUNGÖTZ
 1884 - KUCHL
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Gründungs- und Anfangszeit 1884 - 1945
Kommandanten, Funktionäre ...Am 20. April 1884 kam es im "Seethalers's Gasthaus" zur Gründung der Kuchler Feuerwehr. Die Bestätigung der Statuten erfolgte im Jahr 1885. Es war etwas Neues - etwas Ungewohntes: "... trotz Anfeindungen und geringschätziger Behandlung riefen 19 ehrsame Kuchler Bürger mit Begeisterung dieses humane Institut ins Leben".

Nun war sie also gegründet, unsere Freiwillige Feuerwehr. Wackere Handwerksleute, Kaufmänner, Wirte, Bauern und der K. u. K. Postmeister war auch dabei, wie es in der Chronik heißt. Militärisch streng ging es damals zu. Das Exerzieren und die Arbeit der Steiger auf den Leitern stellten den Schwerpunkt der Übungsdienste dar. Diese wurden Sonntags auf dem Marktplatz vor der Öffentlichkeit durchgeführt. Schließlich sollte die Bevölkerung mit Stolz auf diese mutigen Männer blicken und ihren anfänglichen Argwohn verlieren. was die Bürger bei den Übungen sahen, sollte sie ruhig schlafen lassen.

Ihre "Feuertaufe" erhielt die Kuchler Wehr am 3. Mai 1885. Im "Schuster Reiter Haus" im Markt brach ein Brand aus, bei dem eine alte Frau ums Leben kam. Auch außerhalb von Kuchl half die Wehr bei der Brandbekämpfung mit, so in Obergäu und in Golling, die damals noch getrennte Ortschaften waren. Zu diesem Fall ist in der Chronik ganz stolz vermerkt:

Im Bereich Scheffau wurde ein Schadensfeuer gesichtet. Die Kuchler Feuerwehr rückte sogleich mit Pumpe und Pferdefuhrwerk aus und traf noch vor  der Gollinger Wehr am Brandplatz ein.

Ebenso waren die Kuchler beim Großbrand in Adnet, bei dem 6 Häuser und die Kirche abbrannten, dabei. Die Pferde und das Fuhrwerk wurden damals größtenteils vom Pfarrer, aber auch vom Struberbauern und vom Stiegenwirt zur Verfügung gestellt - je nachdem wer schneller war.

Die ersten Jahre waren gezeichnet vom Aufbau des "humanen Instituts Feuerwehr". Es galt das anfängliche Misstrauen der Bevölkerung zu zerstreuen. Dies gelang sehr bald, da die Einwohner von Kuchl die Arbeit der Feuerwehr zu schätzen lernten. Einerseits sahen die Kuchler Bürger die engagierten Feuerwehrleute eifrig an den Sonntagen üben, andererseits wurde alsbald der Mut und der Eifer bei den Einsätzen bewundert. So auch beim Großbrand vom "Ganglgut" mitten im Markt, der 1896 auch Anlass war, um im Ortsteil Jadorf ebenfalls den Gedanken einer Feuerwehrgründung aufkeimen lies.
So ging es weiter - ins 20. Jahrhundert hinein - die neue Zeit brachte nicht nur Fortschritt: Der Erste Weltkrieg kam und brachte von 1914 bis 1918 viel Leid für unser Land. Manch Kamerad kehrte aus dem Feld nicht zurück.
Die Zeit bis zum Zeiten Weltkrieg brachte auch für unser Feuerwehr große Veränderungen mit sich. Die ersten Motorspritzen werden für Jadorf und für die Hauptwache Markt angeschafft. Verschiedene Gründungsfeste wurden gefeiert. Im Markt wird eine Zeugstätte mit zwei Stellplätzen und einem hölzernen Schlauchturm in Nachbarschaft des Schmiedwirtes errichtet. 1935 wird ein neues, autoritäres Feuerwehrgesetz eingeführt. Am 13. März 1938 kommt es zur Machtübernahme durch Adolf Hitler - und anschließend zum II. Weltkrieg.
Trotz dieser unmenschlich harten Zeit wird das Feuerwehrwesen in Kuchl aufrecht erhalten und auch die ärgste Not hat einmal ein Ende ...
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Zweite Republik und es geht wieder aufwärts ... 1945 bis heute
Nach einigen Jahren des Wiederaufbaues und der Erholung nach diesen sinnlosen Krieg, nimmt die Entwicklung einen rasanten Werdegang. Fahrzeuge und neue Geräte werden angeschafft. Auch bei der  Geldbeschaffung sind die Kuchler Feuerwehrleute erfinderisch: Waren es früher Theaterveranstaltungen und Christbaumfeiern, so werden jetzt - nach dem II. Weltkrieg - die Finanzen mit Bällen und später mit dem Jadorfer- und Seefest aufgebessert.
Neben der technischen Entwicklung und dem täglichen Feuerwehrleben bleibt Kuchl auch nicht von Katstrophen verschont. Die Hochwasserkatastrophe im Jahr 1959 hat sich auch 2002 in ähnlicher Form wiederholt. Aber nicht nur in der eigenen Gemeinde kann die Kuchler Feuerwehr bei Großbränden und Katastrophen helfen, wie der Waldbrandbrand 1976 in Golling oder der  Brand der Papierfabrik 1977 in Hallein zeigt.

1980 werden die Feuerwehren des Tennengaues in zwei Feuerwehrabschnitte eingeteilt. Die Feuerwehr Kuchl gehört zum Abschnitt II, das sind die Gemeinde Kuchl und die Gemeinden des Lammertales. Später wird  die Stadt Hallein, mit der Hauptwache, der Betriebsfeuerwehr der Papierfabrik und dem Löschzug Dürrnberg, der Abschnitt III.

Von nun an ging die technische und die allgemeine Entwicklung der Feuerwehren rapid voran bis in unsere Zeit.

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