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Höher - schneller, weiter ...

Höher - schneller -weiter ... Besuch in Niederösterreich

Höher - schneller - weiter ? Dieses geflügelte Wort aus der sportlichen Antike kam mir beim Besuch der neuen Niederösterreichischen Feuerwehrschule in Tulln in den Sinn. Die neue Schule wurde am Sonntag, den 17. September 2006 feierlich eröffnet. Unter den Ehrengästen  Innenministerin Liese Prokop, ÖBFV-Präsident Seidl, Vizepräsident LBD Brandauer und BD Perner, ELBD Weissgeräber, LBD Buchta, Schulleiter Eigenschink, u.v.m. m einladenden Gebäudetrakt (viel Glas, sehr hell und freundlich) sind fünf Partner vereint: Es sind dies die NÖ Landes-Feuerwehrschule, der NÖ Landesfeuerwehrverband mit dem Landesfeuerwehrkommando, die NÖ Landesstelle für Brandverhütung, der NÖ Zivilschutzverband und das Amt der NÖ Landesregierung mit der Abteilung Feuerwehr und Zivilschutz (IVW4).

In einem sieben-Minuten-Film wurde dem interessierten Besucher erklärt, dass Niederösterreich schön ist - und dies sollte unter anderem auch das Motto für die neue und modernste Feuerwehrschule Europas sein.

Modern ist auf jeden Fall die Technik und Ausstattung in den Lehrsälen, Unterrichtsräumen, Büros und Aufenthaltsräumen. Modern und dem Standard entsprechend.

Die Notwendigkeit von Anschaffungen sind auf den ersten Blick nicht immer gleich erfassbar. Wir Feuerwehrleute sind diejenigen, die mit ihrem Fachwissen abwägen und entscheiden müssen.

Beeindruckend die weitläufige Übungsanlage mit einem Brandhaus, Teich, Tunnelübungsanlage, Lagerhaus,  Eisenbahnübungsgelände, Katastrophenhaus, Höhenrettung und vieles, vieles mehr ...

Beeindruckend auch das große Interesse der Bevölkerung und der niederösterreichischen Feuerwehrmitglieder.

Und da kam mir dann wieder der Spruch: Höher - schneller - weiter - in den Sinn:

Denken die Mitglieder der Feuerwehren auch in diesen Kategorien? Heißt es bei uns auch: Höher (Feuerwehrhäuser, Drehleitern, Hubsteiger ...) - schneller (mehr PS bei den Fahrzeugen ...) - weiter ( "weiter vorne" sein als die Nachbarsfeuerwehr, immer das neueste Gerät vor den anderen haben ...) ??? Oder stellen wir uns schon auch kritische Fragen, wie zum Beispiel:

  • Der Unterschied zwischen den Geräten und Fahrzeugen von früher und jetzt ist gravierend - ist er auch immer gerechtfertigt ?
  • Ist jedes Teil, das unter dem Aspekt "Sicherheit" verkauft wird, wirklich notwendig. Ist Sicherheit gleichbedeutend mit "teuer" oder steckt da oft auch Geschäftemacherei dahinter ?
  • Brauchen wir jedes neu auf dem Markt gekommene Gerät, oder wollen/können wir den Fortschritt der Technik aufhalten ?
  • Genügt nicht auch einfach eine Garage und ein paar Räume, oder wird die Ausbildung und Motivation unserer freiwilligen Mitglieder in Zukunft immer wichtiger ?
  • Beanspruchen wir übertriebene Räumlichkeiten, oder entscheiden wir in diesen Fragen genauso, wie wir auch im Privatleben entscheiden würden - nach ökonomischen Aspekten und mit Hausverstand, damit wir auch für die Zukunft gerüstet sind.
  • Es ist Aufgabe der jeweiligen Kommune "ihre" Feuerwehr und damit ihre Sicherheitsgarantie zu finanzieren. Wird es in Zukunft so sein oder ist es ja eh schon Aufgabe der Feuerwehr, neben den Einsätzen, der freiwilligen Ausbildung und der Teilnahme am örtlichen Gemeinschaftsleben, Feste zu veranstalten und Sammlungen durchzuführen ?
  • ...

Sind wir weltfremd und voreingenommen, oder stellen wir uns diese Fragen ?

Ja, selbstverständlich haben sich die Mitglieder der Feuerwehren in der Vergangenheit solche Fragen gestellt und werden dies auch künftig immer wieder tun! Ganz einfach deswegen, weil es sonst unsere Feuerwehr in dieser Form, wie wir sie kennen und um die uns viele Länder beneiden, schon lange nicht mehr geben würde, oder sie würde in Zukunft keine Chance haben.

Genauso haben sich die Verantwortlichen in Niederösterreich diese Fragen gestellt und mit dem Bau der neuen Landesfeuerwehrschule die richtigen Weichen für die Zukunft gestellt. Mit Leben und Sinn müssen dieses Haus die Leute, die darin arbeiten und ausgebildet werden, erfüllen. Und genauso wie überall in Österreich stellen wir uns auch in Kuchl diese Fragen, egal ob es um Geräte, Fahrzeuge oder um die optimale Ausbildungs- und Heimstätte geht.

Wir sind uns der Verantwortung gegenüber der Bevölkerung, auch in finanzieller Hinsicht, sehr wohl bewusst. Und wir sind auch diejenigen Fachkräfte, die das Wissen haben und abwägen, was - wann und in welcher Form für die Feuerwehr notwendig ist, um in Not geratenen Mitmenschen zu helfen !

 
Und weil wir schon in der Gegend waren, besuchten wir auch das stillgelegte Atomkraftwerk Zwentendorf: Ein Mahnmal dafür, dass der Glauben an den Fortschritt nicht immer in die richtige Richtung gehen muss ...
 
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Ein Kommentar von Rupert Unterwurzacher  
Unterwurzacher RupertFeuerwehr ist kein Hobby - ein Feuerwehrmitglied zu sein ist eine Berufung. Und wenn man dieser Berufung - anderen Menschen helfen zu können und sich dabei auf seine Freunde verlassen kann - wenn man also dieser Berufung nachgeht, dann macht man sich auch immer wieder kritische Gedanken zum Thema "Feuerwehr" und Alles was damit zusammen hängt ...

Weil man diese Gedanken eher schwierig durch Fotos ausdrücken kann, gibt es in dieser Rubrik: "Persönliche Gedanken" ein wenig mehr zum Lesen und ein bisschen weniger zum "Bildchen schauen" ...
Hier lesen Sie mehr über den Autor:   Rupert Unterwurzacher
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