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Zwei Salzburger in Hamburg

Teil 6 - Einsätze  
Bei der Volontärswoche 2004 bei der Wiener Berufsfeuerwehr stand vor allem das "Miterleben" der Einsätze im Vordergrund. Damals konnten wir bei ca. 50 Ernstfällen Einsatzerfahrung sammeln.

Für Hamburg hatten wir nun geplant, soviel als möglich Einrichtungen und verschiedene Wachen zu besichtigen, um das dortige Feuerwehrwesen näher kennen zu lernen. Zum Feuerwehrwesen gehört natürlich auch das Einsatzgeschehen dazu und aus diesem Grund nahmen wir uns am Donnerstag, den 17. Februar nichts anderes vor und verbrachten den Tag auf der Rettungs- und Feuerwache Wandsbek. Aber auch in den Zeiten zwischen den Besichtigungen hatten wir die Möglichkeit, bei den Einsätzen mit zu fahren. Und diese Gelegenheit nutzten wir intensiv ...

 
Der Hafen von Hamburg
 
Die hohe Anzahl an Einsätzen beruht auf der Tatsache, dass, wie bereits mehrmals erwähnt, die Feuerwehr die Rettungsnotfallsmedizin seit dem Ende des 2. Weltkrieges übernommen hat und so wie es derzeit aussieht auch noch weiter durchführen wird. Da bei uns in Salzburg diese Aufgabe - Sache der Rettungsorganisationen ist, konzentrierten wir uns in Hamburg naturgemäß auf die Feuerwehreinsätze.
 
Die Kameraden aus Hamburg haben Humor - Schild am Eingang der Ruheräume
 
Für kleinere Einsätze waren Günter und ich auf dem HLF 2 (Hamburger-Löschfahrzeug) eingeteilt, bei größeren Einsätzen konnten wir mit dem Einsatzleitfahrzeug mitfahren. Das obige Bild trügt - bei einem Alarm ist von Gemütlichkeit nichts mehr zu spüren, da geht es voll zur Sache ...
 
Günter beim Lauf über den Hof (auch hier gibt es - wie in jeden Raum - die Alarm-Anzeigetafeln)
 
Wie gesagt, ging es bei einem Alarm recht flott zur Sache. Wir schafften es Gott sei Dank immer mit zu kommen, nur hatte ich leider nicht immer die Zeit, meinen Fotoapparat mit zu nehmen.
 
Von einigen der vielen Einsätzen, bei der ich auch meine Kamera mithatte, möchte ich nun in Kurzform berichten ...
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5000 Liter Heizöl ausgeflossen ...  
Ein alter 10.000-Liter Heizöltank sollte entsorgt werden. Leider hatte man auf die Entleerung vor den Bauarbeiten "vergessen". Bei den Ausgrabungsarbeiten kippte nun besagter Tank um und es flossen ca. 5000 Liter Heizöl ins Erdreich.
 
OFK Trinker Günter bei der Einsatzleitung und am Unglücksort
 
Einsatzkräfte der Wache Wandsbek alarmierten nach der Erkundung die Umweltschutzwache F 32 sowie den zuständigen Beamten der Landesregierung, wobei wir interessante Einblicke in die Zusammenarbeit zwischen Feuerwehr und Verwaltungsbehörde erhielten. Zusammen mit einer Spezialfirma wurde anschließend das ausgeflossene Heizöl entsorgt.
 
Siehe auch: Die Spezialwachen
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Brand in einem Hochhaus ...  

Brand im Hochhaus -  hieß der Einsatzbefehl. Man kann von Glück reden, dass es sich dabei um ein im Prinzip leer stehendes Gebäude handelte. Zum ersten Mal erlebten wir mit, dass auch Kräfte der Freiwilligen Feuerwehr in Hamburg alarmiert wurden.

 
Vereinte Hilfe bei einem Brandeinsatz
 
Es ist uns aufgefallen, dass die Zusammenarbeit zwischen Freiwilliger- und Berufsfeuerwehr sehr intensiv ist. Laut Auskunft gibt es 87 (!) Freiwillige Wachen mit insgesamt ca. 2.800 Mitgliedern. Die Freiwilligen werden je nach Einsatzart und Einsatzzeit mitalarmiert. Auch sind die beiden aus der Sicht der Fahrzeuge und Ausrüstung fast nicht voneinander zu unterscheiden.

Der Brand, vermutlich ausgelöst durch illegale Hausbenützer, konnte relativ rasch unter schwerem Atemschutz gelöscht werden.

 
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Kleineinsätze ...  
Wir hatten nur sehr wenige Kleineinsätze - aber auch diese waren interessant: Zum Beispiel eine Türöffnung, bei der eine ältere Dame unter Alkoholeinfluss (auch vor der versperrten Tür war eine Kiste Rotwein abgestellt) in ihrer Wohnung gestürzt war und derart hilflos und verletzt, die Tür nicht mehr öffnen konnte.
 
Günter half kräftig mit und mit dem selbstgebastelten Spezialwerkzeug war die Türöffnung kein Problem
 
Oder ein Brand in einem Hochhaus-Stiegenhaus, der sich aber als Kleinstfeuer herausstellte und für die anrückenden Kräfte kein Problem darstellten.
"Unsere" Steffi als Kraftfahrerin und die bei Innenangriffen verwendeten Schlauchtragekörbe
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Sprung aus 12 Metern ...  

Ein 15-jähriges Mädchen träumte, dass es ihr möglich ist aus einer Dachwohnung oberhalb des dritten Stockwerkes in den Garten zu springen. Und weil sie träumte, dass sie es konnte versuchte sie es auch tatsächlich ...

Jeder ausgebildete Feuerwehrmann ist zugleich auch Notfallsanitäter
 
Das Mädchen hatte unwahrscheinliches Glück und kam mit einem Ober- und Unterschenkelbruch davon (!!!)
 
Dass auch nach jahrelanger Einsatzerfahrung die Kollegen in Hamburg nicht abgestumpft sind, bewies uns ein Rettungseinsatz, der Allen ziemlich zu Herzen ging: Ein neunjähriger Junge wurde in der Früh von seiner sechsjährigen Schwester tot in seinem Bett aufgefunden. Es kam ihr komisch vor, dass er sich so kalt anfühlte. Auch ein weiterer Bruder musste mit ungewöhnlichen Symptomen ebenfalls in ein Krankenhaus eingeliefert werden. In der Wohnung dieser Familie spielten sich tragische Szenen ab und auch die gesamte Belegschaft unserer Wache war betrübt und schockiert. Hier zeigte sich aber wieder die hervorragende Kameradschaft und das gute Klima in der Rettungs- und Feuerwache Wandsbek - es wurde miteinander geredet, jüngere Kameraden wurden von den älteren betreut und so konnte dieser Einsatz gemeinsam verarbeitet werden.
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Großeinsatz - Kellerbrand ...  
Im Keller eines Wohnkomplexes war ein Brand ausgebrochen - Wieder ein Fall für die Hamburger Feuerwehr. Auch wir konnten mit dem Einsatzleitfahrzeug, dass den weiteren Fahrzeugen unserer Wache den Weg durch Lautsprecherdurchsagen freimachte, mitfahren.
 
Großeinsatz bei einem Kellerbrand
 
Der Großeinsatz von vier Wachen (darunter selbstverständlich auch wieder Freiwillige) war gerechtfertigt. Wir konnten an vorderster Stelle miterleben, wie aus dem Stiegenhaus im 6. Stock (!) starke Rauchschwaden hervortraten und zahlreiche Bewohner um Hilfe schrieen. Aber von der besonnenen Einsatzleitung konnte Panik vermieden werden. Durch einen Innenangriff unter schwerem Atemschutz und gleichzeitigem Einsetzen von mehreren Hochdrucklüftern konnte dieser Einsatz zwar erst nach einiger Zeit, aber doch glimpflich abgeschlossen werden.
 
Wie man sieht, war es auch aus der Sicht der Einsatzerfahrung eine sehr interessante und aufschlussreiche Woche, die Günter und ich in Hamburg mitmachen durften.
 
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