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111 Stunden Feuerwehrdienst bei der BF Wien

Teil 1 - Die Anreise 14. März 2004
Volontieren - was heißt das: Im Rahmen der Ausbildung für leitende Dienstgrade besteht in Salzburg die Möglichkeit,  Dienst bei einer Berufsfeuerwehr zu absolvieren.
Da schon einige Kommandanten aus unserem Bezirk (Hallein/Tennengau) diese Ausbildung absolviert haben und über ihre Erfahrungen im Anschluss an eine Ortsfeuerwehrkommandantenbesprechung berichteten, kam HBI Günter Trinker  (Kommandant der Freiw. Feuerwehr Adnet) und ich ebenfalls auf den Gedanken, unseren "Feuerwehrhorizont" auf diese Weise zu erweitern und dies gleich gemeinsam zu tun. Wir wollten zu einer Wache auf der wir Einsatzerfahrung  sammeln konnten und da kam uns BR Ernst Ambrozy (Ausbildungsleiter der Berufsfeuerwehr Wien) sehr entgegen, den wir beim ÖBFV-Seminar "Führungsmethodik" kennen lernten.
HBI Günter Trinker HBI Rupert Unterwurzacher
 
So wurde in Zusammenarbeit zwischen Landesfeuerwehrkommandant LBD Anton Brandauer und Ausbildungsleiter BR Ernst Ambrozy die Möglichkeit geschaffen, eine Woche lang, die Hauptfeuerwache Mariahilf - Sektion 4, vom 14. bis zum 19. März 2004 zu besuchen.
 
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Abfahrt - Anreise - Ankunft  
Um am Montag nicht in aller Früh aufstehen zu müssen, beschlossen Günter und ich, die Anreise schon am Sonntag zu machen. Pünktlich, um fünf Minuten zu spät, holte mich Günter, der beruflich beim Landesfeuerwehrverband Salzburg arbeitet, bei mir zu Hause ab. Nach ausgiebiger Verabschiedung von Frau (Mama zu Papa: "brav bleiben ..."), Kindern (Papa zu Kinder: "brav bleiben ..." und Verwandten (sowieso brav) ging die Fahrt durch das Wiestal los auf die Westautobahn.

Durch ausgiebige Diskussionen ("Tratschweiber" wäre ein milder Ausdruck) verging die Zeit wie im Flug. In der Autobahnstation Ybbs wurde das Abendessen eingenommen und ich genehmigte mir eine Halbe Bier. Es sollte für längere Zeit das letzte gewesen sein ...

Anschließend ging die Fahrt weiter und bald erreichten wir Wien. Eine schöne Stadt - schön groß. Trotzdem Günter zum ersten Mal mit dem Auto in der Bundeshauptstadt war, schlug er sich hervorragend und nachdem wir nur dreimal im Kreis gefahren waren, erreichten wir ohne weitere Umwege die Hauptfeuerwache Mariahilf.

 
Wir meldeten uns in der Nachrichtenzentrale und bis uns der zuständige Zugskommandant begrüßen konnte, trugen wir unser Gepäck in das altehrwürdige Gebäude ...
 

Ich bin ein Mensch, der das Unbekannte eher meidet. Jetzt werdet Ihr vielleicht sagen: "dann bist Du aber bei der Feuerwehr an der falschen Stelle". Nein auf keinen Fall: Bei der Feuerwehr kann man einerseits sehr viel einüben, trainieren, vorbereiten und automatisieren, andererseits hilft die lange Erfahrung (immerhin schon 27 Jahre bei dieser Einsatzorganisation) um unvorhergesehene Ereignisse richtig zu beurteilen und um richtig zu handeln. Wie gesagt, im Privatleben bevorzuge ich eher, dass ich weiß, was auf mich zukommt.

Der zuständige Zugskommandant  stellte sich bei uns persönlich vor und bot uns sogleich das "Du-Wort" an. Es wurde uns mitgeteilt, dass wir nach dem Beziehen der Betten sofort unsere Einsatzbereitschaft herstellen sollen, da wir als Ersatz für zwei Berufskollegen vorgesehen waren ...

Nach diesem interessanten Kennenlernen der Wiener Mentalität, zeigte man uns  noch den Standort der Fahrzeuge, erklärte uns die Verhaltensregeln im "Cafehaus" - dem Aufenthaltsraum, stellte uns die  Kameraden vor (ich hab mir keinen, einzigen Namen gemerkt). Auch unser Zugskommandant entpuppte sich, wie alle Kameraden der Wiener Berufsfeuerwehr, als umgänglicher und netter Wiener, man musste sich nur Zeit nehmen, ihn näher kennen zu lernen. Zum Abschluss wurde uns noch Sektionsleiter OBR Heinisch vorgestellt, der uns ebenfalls recht herzlich begrüßte.
 
Eine halbe Stunde später der erste Alarm: Keine Hektik - zumindest nicht bei den Kollegen der Berufsfeuerwehr - kein Laufen. Werner (hab ich mir seltsamerweise gleich gemerkt) der Fahrzeugkommandant, begrüßte uns per Handschlag, während wir uns rasch aber ohne Hast anzogen. Günter erhielt die Aufgabe, den Werkzeugkoffer mit zu nehmen. Aber bis er fragen konnte, wo denn dieser sei, hatte schon ein anderer diese Aufgabe übernommen. Der Einsatz, einen PKW, der ein Verkehrshindernis darstellte, nach einem Verkehrsunfall entfernen, war dann schnell beendet und so konnten wir dann versuchen in den Eisenbetten  unseren Schlaf zu finden.
Mein Zimmer - und das "Cafehaus" mit der Alarmglocke
 
Was würde in dieser Woche auf uns zukommen. Ganz wohl war mir in meiner Haut nicht. Günter ging es so ähnlich und darum war es auch nicht schlecht, dass wir zu zweit diese Reise angetreten haben. Die Nacht verlief dann, Gott sei Dank, sehr ruhig. Nicht so ruhig war unser Schlaf - wie geht es weiter und was erwartet uns  ....
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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