| Um am Montag
nicht in aller Früh aufstehen zu müssen, beschlossen
Günter und ich, die Anreise schon am Sonntag zu machen.
Pünktlich, um fünf Minuten zu spät, holte mich Günter,
der beruflich beim Landesfeuerwehrverband Salzburg
arbeitet, bei mir zu Hause ab. Nach ausgiebiger
Verabschiedung von Frau (Mama zu Papa: "brav bleiben
..."), Kindern (Papa zu Kinder: "brav bleiben ..." und
Verwandten (sowieso brav) ging die Fahrt durch das
Wiestal los auf die Westautobahn.
Durch ausgiebige Diskussionen
("Tratschweiber" wäre ein milder Ausdruck) verging die
Zeit wie im Flug. In der Autobahnstation Ybbs wurde das
Abendessen eingenommen und ich genehmigte mir eine Halbe
Bier. Es sollte für längere Zeit das letzte gewesen sein
...
Anschließend ging die Fahrt weiter
und bald erreichten wir Wien. Eine schöne Stadt - schön
groß. Trotzdem Günter zum ersten Mal mit dem Auto in der
Bundeshauptstadt war, schlug er sich hervorragend und
nachdem wir nur dreimal im Kreis gefahren waren,
erreichten wir ohne weitere Umwege die Hauptfeuerwache
Mariahilf.
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| Wir meldeten uns in der
Nachrichtenzentrale und bis uns der zuständige
Zugskommandant begrüßen konnte, trugen wir unser Gepäck
in das altehrwürdige Gebäude ... |
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Ich bin ein Mensch, der das
Unbekannte eher meidet. Jetzt werdet Ihr vielleicht
sagen: "dann bist Du aber bei der Feuerwehr an der
falschen Stelle". Nein auf keinen Fall: Bei der
Feuerwehr kann man einerseits sehr viel einüben,
trainieren, vorbereiten und automatisieren, andererseits
hilft die lange Erfahrung (immerhin schon 27 Jahre bei
dieser Einsatzorganisation) um unvorhergesehene
Ereignisse richtig zu beurteilen und um richtig zu
handeln. Wie gesagt, im Privatleben bevorzuge ich eher,
dass ich weiß, was auf mich zukommt.
Der zuständige Zugskommandant
stellte sich bei uns persönlich vor und bot uns sogleich
das "Du-Wort" an. Es wurde uns mitgeteilt, dass wir nach
dem Beziehen der Betten sofort unsere
Einsatzbereitschaft herstellen sollen, da wir als Ersatz
für zwei Berufskollegen vorgesehen waren ...
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| Nach diesem
interessanten Kennenlernen der Wiener Mentalität, zeigte
man uns noch den Standort der Fahrzeuge, erklärte uns
die Verhaltensregeln im "Cafehaus" - dem
Aufenthaltsraum, stellte uns die Kameraden vor (ich hab
mir keinen, einzigen Namen gemerkt). Auch unser
Zugskommandant entpuppte sich, wie alle Kameraden der
Wiener Berufsfeuerwehr, als umgänglicher und netter
Wiener, man musste sich nur Zeit nehmen, ihn näher
kennen zu lernen. Zum Abschluss wurde uns noch
Sektionsleiter OBR Heinisch vorgestellt, der uns
ebenfalls recht herzlich begrüßte. |
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| Eine halbe Stunde
später der erste Alarm: Keine Hektik - zumindest nicht
bei den Kollegen der Berufsfeuerwehr - kein Laufen.
Werner (hab ich mir seltsamerweise gleich gemerkt) der
Fahrzeugkommandant, begrüßte uns per Handschlag, während
wir uns rasch aber ohne Hast anzogen. Günter erhielt die
Aufgabe, den Werkzeugkoffer mit zu nehmen. Aber bis er
fragen konnte, wo denn dieser sei, hatte schon ein
anderer diese Aufgabe übernommen. Der Einsatz, einen
PKW, der ein Verkehrshindernis darstellte, nach einem
Verkehrsunfall entfernen, war dann schnell beendet und
so konnten wir dann versuchen in den Eisenbetten
unseren Schlaf zu finden. |
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| Mein Zimmer - und das "Cafehaus" mit der Alarmglocke |
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| Was würde in dieser Woche auf
uns zukommen. Ganz wohl war mir in meiner Haut nicht.
Günter ging es so ähnlich und darum war es auch nicht
schlecht, dass wir zu zweit diese Reise angetreten
haben. Die Nacht verlief dann, Gott sei Dank, sehr
ruhig. Nicht so ruhig war unser Schlaf - wie geht es
weiter und was erwartet uns .... |
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